Raus aus der Gedankenspirale!
Karussell im Kopf
Schnell, schnell! Vorwärts, immer weiter! Bloss nicht stehen bleiben!
Wer kennt das nicht - dieser innere Druck; den inneren Kameltreiber im Nacken, als ob das Fortbestehen der Welt davon abhinge, dass wir uns selbst überholen!
Wenn wir vor lauter Stress nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht und unser ganzer Fokus nur noch auf die Zukunft gerichtet ist, zerrinnt uns die Gegenwart wie Sand zwischen den Fingern. Dabei ist die Gegenwart alles, was wir haben. Das Leben findet JETZT statt und nicht irgendwann in der Zukunft!
Innehalten
Um aus diesem Hamsterrad auszusteigen, muss man erst den Mut aufbringen, einen Moment innezuhalten und tief durchzuatmen.
Der innere Druck wird sofort zunehmen, was sich erst mal unangenehm anfühlt.
Wenn man nun aber stur wie ein Esel einfach stehen bleibt und dieses Gefühl in sich wahrnimmt, neutral, ganz ohne zu werten, wird man eine interessante Entdeckung machen.
Wertfrei wahrnehmen
Zuerst scheint sich der Druck fast ins Unerträgliche zu steigern. Dabei einfach ruhig atmen und weiter dran bleiben.
Nach 2-3 Minuten tritt plötzlich eine Veränderung ein. Das Gefühl wird schwächer und schwächer und verschwindet schliesslich ganz, nachdem es seine Energie aufgebraucht hat.
Nun ist die erste Schicht der Zwiebel weg. Darunter kommt meistens aber gleich das nächste Gefühl zum Vorschein. Vielleicht ist das Trauer, Wut, Angst oder eine tiefe Erschöpfung.
Wieder bleibt man still bei diesem Gefühl und gibt ihm den nötigen Raum. Nach kurzer Zeit wird sich auch diese Emotion auflösen und vielleicht eine weiteren Schicht freilegen.
Innerer Frieden
Nach ein paar Runden spürt man, wie man innerlich zur Ruhe kommt und sich der Fokus öffnet. Ein Gefühl des Friedens und der Stille breitet sich im Körper aus oder man wird von einer tiefen, universellen Liebe durchflutet, die sich wie eine Blume im Herz entfaltet. Und dieses Gefühl bleibt erhalten, den es kommt aus unserem tiefsten Selbst - aus unserer Seele. :-)
Tipps
Diese Technik der wertfreien Wahrnehmung funktioniert auch mit allen anderen Emotionen, die unseren Fokus einengen wie z.B. Ärger, Trauer oder sich übermässige Sorgen machen.
Man kann sich diese Emotionen vorstellen wie Kuriere, die eine Botschaft zu überbringen haben. Sie werden so lange anklopfen, bis wir ihre Mitteilung entgegen nehmen. Dann haben sie ihre Aufgabe erfüllt und können gehen.
Es reicht deshalb, die aufkommenden Gefühle und Empfindungen aus einer neutralen Position zu betrachten und wertfrei wahrzunehmen. Alles was sie wollen, ist von uns wahrgenommen und gespürt zu werden.Dabei ist es nicht nötig, diese Gefühle in die Arme zu schliessen oder ihnen Liebe zu senden wie bei den inneren Kindern. Im Gegenteil kann die Identifikation mit diesen Emotionen den Prozess sogar verzögern. Einfach nur aufmerksam und interessiert dabei bleiben, mit ihnen atmen und ihnen den nötigen Raum geben, das reicht vollkommen.