Die Seelenrolle, Seelenlehre Teil 2/3
Die Seelenrolle, Seelenlehre Teil 2
Während es im ersten Teil um eine Einführung in die Seelenlehre, und speziell das Seelenalters ging, widmen wir uns hier im zweiten Teil der Seelenrolle.
Was ist eine Seelenrolle?
Jeder Mensch hat eine von sieben archetypischen Seelenrollen, die er durch alle Inkarnationen hinweg beibehält. Diese Rolle ist so etwas wie der Kern der seelischen Identität. Sie formt sozusagen die Essenz eines jeden Menschen. Sie beschreibt den Charakter und die Interessen, wie jemand mit Herausforderungen umgeht, und welche natürlichen Fähigkeiten und Begabungen jemand mitbringt. Zeigt aber auch wo seine Schwächen und blinden Flecken liegen.
Jede der sieben Seelenrollen hat eine andere Aufgabe zu erfüllen, die von niemand anderem wahrgenommen werden kann. Alle Seelenrollen sind gleichwertig. Das heisst, es gibt keine Hierarchie und keine besseren oder schlechteren Rollen.
Die Seelenrollen
Heiler
Heiler-Seelen haben die wunderbare Fähigkeit, intuitiv zu erkennen, wie es anderen Menschen geht. Sie spüren, was den anderen fehlt und wie ihnen geholfen werden kann. Ihre Aufgabe ist das "Heil‑machen"!
Sie sorgen durch ihre guten Dienste dafür, dass alles in der Gesellschaft so rund läuft. Ihre Berufung finden sie darin, anderen Menschen und dem grossen Ganzen zu dienen. Nicht in unterwürfiger Weise, sondern in Würde und als Passion aus dem Inneren heraus.
Heiler-Seelen neigen dazu, ihre wertvollen Fähigkeiten und die Beiträge, die sie für die Gemeinschaft leisten, zu unterschätzen, was an ihrem Selbstvertrauen nagt. Dabei sie sind die Heinzelmännchen und -Frauen, die im Hintergrund ohne zu fragen mit ihrer Schaffenskraft alles am Laufen halten. Und darauf können sie zurecht stolz sein.
Künstler
Eine Künstlerseele hat den inneren Drang, im Leben etwas Einzigartiges, Originelles aus sich selbst heraus zu schaffen, das es in dieser Form noch nie gegeben hat. Stets auf der Suche nach neuen Inspirationen saugt ein Künstler alles in sich auf, um daraus etwas komplett Neues zu gestalten. Das beschränkt sich nicht nur auf die klassischen Kunstrichtungen wie Malerei, Bildhauerei, Literatur oder Musik, sondern kann sich auch in Form von Erfindungen, Architektur, digitalen Kreationen oder rein geistigen Themen ausdrücken. Aus dem Verknüpfen und Kombinieren von Fakten und Ideen, die bisher nichts miteinander zu tun haben, schöpft ein Künstler seine Kraft und Existenzberechtigung.
Gleichwohl ist es eine Gratwanderung. Am hohen Anspruch an sich selbst, kreativ sein zu müssen, kann ein Künstler schnell einmal verzweifeln oder darob in eine Blockade geraten.
Im Innersten ist ein Künstler aber leicht wie ein Schmetterling, der schwerelos von einer Blüte zur nächsten schwebt und dabei die kreative Schöpfungskraft des Universums durch sich hindurch in die Welt und dadurch in die Existenz fliessen lässt.
Krieger
Die Krieger sind die dynamischen Macher, die anpacken können und sich nicht mit den Dingen zufriedengeben wie sie sind. Ziele setzen, siegen wollen und siegen müssen, sind die Triebfedern für einen Krieger oder eine Kriegerin. Gehorsam und Loyalität bis zum letzten Blutstropfen einem "Herrn" gegenüber gebietet ihnen ihr Ehrgefühl.
Ausgestattet mit einer robusten Gesundheit und in sich selbst ruhend, erfährt sich ein Krieger dann am lebendigsten, wenn er sich mit anderen messen kann. Dabei kann es jedoch leicht geschehen, dass er andere, zarter besaitete Gemüter mit seiner ungeschliffenen Art verletzt. Er verachtet Schwäche, verteidigt aber die Schwachen.
Für einen Krieger ist es essenziell, ein lohnendes Ziel zu finden, FÜR das er kämpfen kann, um in seine volle Kraft zu kommen, und sich nicht in unnötigen Kämpfen GEGEN etwas zu verausgaben.
Selbst in spirituellen Belangen sind Kriegerseelen stets auf der Suche nach konkreten und handfesten Beweisen, und kämpfen zuweilen auch mit einer unglaublichen Disziplin und Ausdauer um ihre Erleuchtung.
Gelehrte
Gelehrte sind die geborenen Wissenschaftler. Sie versuchen die Welt zu verstehen, indem sie sehr strukturiert alles in ihre Fragmente aufspalten und immer weiter in die Tiefe gehen. Dabei geben sie sich erst zufrieden, wenn sie sicher sind, es in einem bestimmten Wissensgebiet bis zur Meisterschaft gebracht zu haben.
Im Gegensatz zu Weisen sind Gelehrte mehr an der Analyse interessiert, weniger an der Synthese. Der Gelehrte verspürt den inneren Drang, immer weiter zu lernen, um im Idealfall dann eines Tages als Autorität sein Wissen an andere weiterzugeben. Gelehrten-Seelen sind emotional eher zurückhaltend und brauchen immer wieder Zeiten des Rückzugs und der Distanz, um in einem alchimistischen Prozess die leere Theorie in authentisches Wissen umzuwandeln. Eine Gelehrten-Seele findet ihre Erfüllung darin, neues Wissen zu erschaffen, zu erschliessen und traditionelles Wissen zu bewahren, egal auf welchem Gebiet.
Weise
Weisen-Seele sind stets auf der Suche nach Erkenntnissen. Im Gegensatz zum Gelehrten sind sie weniger an den Details interessiert, sondern haben die Fähigkeit, alle Einzelteile zu einem grossen Bild zusammenzufügen und die verborgenen Zusammenhänge zu entdecken. Der Weise will intuitiv verstehen und hinter die Dinge blicken, und zwar nicht nur theoretisch über den Verstand, sondern in Form von eigenen Erfahrungen. Das macht sie zu den geborenen Geschichtenerzählern und Netzwerkern. Mit offenen Sinnen saugen sie alle Details auf wie ein Schwamm, destillieren daraus die Essenz, und bringen diese mit einfachen Worten einem interessierten Publikum näher. Daraus ergibt sich eine stete Pendelbewegung des Einatmens und Ausatmens. Weise brauchen den Resonanzraum eines Publikums, nicht nur als Inspirationsquelle, sondern auch um sich selbst in der Weisen-Rolle zu erfahren. Als kommunikative Persönlichkeiten und oft auch Wort-Ästheten bringen sie die Dinge schnell auf den Punkt. Weise erkennt man oft an ihrer lebhaften Mimik und fast schon kindlichen Neugier, mit der sie die Welt erkunden.
Priester
Der Blick einer Priester-Seele ist auf das Ideale, das Göttliche, das Perfekte gerichtet. Sie will einer Idee des "Höheren" dienen und zieht ihre Kraft daraus, andere auf diesem Weg zu begleiten. Sei es durch unterstützen, trösten, belehren, beraten, predigen, aber auch durch missionieren. Dabei braucht es sich keineswegs um spirituelle Themen zu handeln, sondern auch in ganz profanen Belangen wie Politik, Umweltschutz oder Kindererziehung können sich Priester für die in ihren Augen "richtige" Sache ins Zeug legen. Stets brauchen sie aber eine Art "Gemeinde", um ihre Energie zum Leuchten zu bringen. Anderen Ideen und Ansichten hingegen begegnen Priester oft mit einer gewissen Intoleranz. Auch sind sie in der Regel sehr streng zu sich selbst, was bis zur Selbstkasteiung gehen kann.
Priester-Seelen sind in den unterschiedlichsten Berufen anzutreffen, z.B. als Ärzte, Fastenleiter, Psychotherapeuten oder Heilpädagogen. Oder dem Mystischen zugetan auch als Schamanen, Astrologen, Homöopathen und Lebensberater.
Priestern fällt es mangels Erdung oft schwer, sich abzugrenzen und "Nein" zu sagen. Wenn es ihnen jedoch gelingt, sich mit der barmherzigen Liebe zu verbunden, zuerst auch für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse, gelingt es ihnen, auch anderen Menschen echten Trost zu spenden, und nicht nur mit ihnen mitzuleiden.
Weil Priester-Seelen eine natürliche, innere Bindung an eine höhere Wahrheit haben, sind sie Kraft ihrer Seelenrolle wie kein anderes Zeichen in der Lage, andere von ihrer Last zu befreien und zu wirklicher Vergebung zu führen.
König
Eine Königs-Seele wird man sofort daran erkennen, dass sie als natürliche Autorität im Mittelpunkt steht und den Raum füllt. Auch ohne eigenes Zutun, bildet sich um ihn herum sofort so etwas wie ein "Hofstaat". Wenn sich ein König nicht zum Tyrannen entwickelt, ist er in der Regel beliebt und wird bewundert, erst recht wenn er sich mit klugen Ratgebern umgibt. Egal in welchem Beruf oder unter welchen Umständen ein König anzutreffen ist, stets wird er eine unnachahmliche Würde und Autorität ausstrahlen, selbst als Bettler am Strassenrand.
Ein König ist wie eine gute Mutter oder ein guter Vater, die ihren Kindern viele Freiräume lassen um sich zu entfalten, aber auch klare Regeln und Grenzen setzen.
Nur wenige Seelen sind jedoch bereit, diese Last der Verantwortung durch alle Inkarnationen hindurch zu tragen.
Die Seelenfamilie
Jede einzelne Seele ist auch Teil einer Seelenfamilie. Diese besteht aus ca. 1000 verschiedenen Einzelseelen. In diesen Kreis kehrt die Seele nach dem Tod zurück, um sich wieder zu erholen und auf die nächste Inkarnation vorzubereiten. Dabei sind nie alle Seelen gleichzeitig inkarniert, sondern wechseln sich gegenseitig ab.
In jeder Seelenfamilie sind nur zwei, drei, oder selten vier verschiedene Seelenrollen zu finden. So gehört eine Künstlerseele vielleicht einer Familie aus Künstler und Priestern an. Oder eine Kriegerseele ist Teil einer Familie aus Heilern, Kriegern und Weisen.
Da die Rolle einer Seele ja durch alle Inkarnationen hindurch immer dieselbe bleibt, ändert sich auch an der Konstellation der Seelenfamilie nichts.
Um in jedem Leben wieder neu die Chance zu haben, unvorbelastet starten zu können, gehen wir vor der Geburt durch eine Art "Pforte des Vergessens". Unsere Seele trägt zwar alles jemals Gelernte weiter in sich, aber diese Erfahrungen und Informationen sind dem Bewusstsein nicht mehr direkt zugänglich, so lange wir auf der Erde inkarniert sind. Ausnahmen sind z.B. möglich im Traum, in tiefen Meditationen, Rückführungen, oder traumatischen Ereignissen wie Nahtoderfahrungen. Auch déjà-vu Erlebnisse könnten darauf zurückzuführen sein.
Angst, Schmerz und Drama erleben wir nur, so lange wir in einem Körper in der materiellen Welt inkarniert sind. In der geistigen Welt hingegen im Kreis unsere Seelenfamilie sind wir vollständig, ganz und heil! Deshalb kann es sehr tröstlich sein, mit unseren seelischen Geschwistern Kontakt aufzunehmen, und uns so wieder ein Stückweit an diese andere Realität anzunähern.
Geburt und Tod
Geburt und Tod sind letztlich nichts anderes als Übergänge von der geistigen Welt in die materielle, und wieder zurück.
Wie jemand mal treffend gesagt hat: Bei der Geburt stülpt sich das Universum an einem bestimmten Ort aus, und beim Tod stülpt es sich wieder ein. Einatmen und Ausatmen. Nicht mehr und nicht weniger.
Ein sehr schönes Bild, wie ich finde, weil damit klar wird, dass der Tod nicht das Ende bedeutet, sondern quasi die Geburt auf der "anderen Seite" einläutet.
Unterstützung von seiner Seelenfamilie erhalten
Die Seelenfamilie ist nicht nur der Ort, an den wir nach dem Tod zurückkehren. Die Seelen-Familienmitglieder und das Kollektiv können uns auch ganz direkt in diesem Leben unterstützen, wenn wir in einer Meditation Kontakt zu ihnen aufnehmen und sie um ihre Unterstützung bitten.
Wir können auch von den anderen Seelenrollen in unserer Familie profitieren. Wenn ein Heiler aus einer Heiler/Künstler-Familie zum Beispiel einen kreativen Text schreiben soll, kann er die Künstler seiner Seelenfamilie dafür um Hilfe bitten. Und sofort stehen ihm auch diese Energien zur Verfügung. Natürlich nicht so ausgeprägt, wie wenn es seine eigene Seelenrolle wäre, aber der Effekt ist deutlich spürbar.
Grundsätzlich ist es auch möglich, über die Seelenfamilie hinaus mit befreundeten Seelenfamilien in Kontakt zu treten, die ganz andere Seelenrollen in sich vereinen. Besagter Heiler könnte also zum Beispiel auch zu Gelehrten eine Verbindung herstellen, obwohl diese Rolle nicht in seiner Seelenfamilie anzutreffen ist. Wobei dafür eine regelmässige Beziehungspflege wie unter Freunden üblich ganz hilfreich ist.