Fremde oder eigene Gefühle?
Martin Luther King
Als ich neulich einen Bericht über Martin Luther King las, stieg ohne Vorwarnung eine intensive Mischung aus Wut, Trauer und Verzweiflung in mir auf - angeworfen wie aus dem Nichts! Es fühlte sich an, als ob ich selbst vor 50 Jahren dabei gewesen wäre bei der Bürgerrechtsbewegung und alles aus nächster Nähe miterlebt hätte!
Ich wollte mich schon damit abfinden, dass mich dieser Zeitungsbericht aufwühlen konnte, als mir plötzlich klar wurde: Das waren gar nicht meine Gefühle!
Stattdessen habe ich irgend etwas aufgepickt, dass gewissermassen in der Luft lag. Als ich mich dann fragte, ob diese Gefühle tatsächlich zu mir gehören, verschwanden sie so schnell wieder, wie sie aufgetaucht waren!
Kollektive Gefühle empfangen
Mir wurde klar, dass ich hier einem interessanten Phänomen auf der Spur war. Offenbar ist es möglich, wie bei einem Radio das auf die richtige Frequenz eingestellt ist, die damit verbundenen Informationen zu empfangen; in diesem Fall heftige Emotionen, die anscheinend irgendwie für alle zugänglich mit der Geschichte Martin Luther Kings verknüpft sind.
Wenn viele Menschen bei einem Ereignis kollektiv dieselben heftigen Gefühle erleben, scheinen sich diese in irgend einer Form abzuspeichern, so dass sie auch Jahre und Jahrzehnte später wieder abgerufen werden können, sobald sich jemand darauf einstimmt. Auch an einem ganz anderen Ort auf der Erde!
Wenn die Menschen aber allein durch eine simple Mitteilung, die sie noch nicht mal persönlich betrifft, emotional dermassen im Innersten aufgerüttelt werden können, sind die Konsequenzen daraus natürlich enorm! Man denke nur an all die Katastrophenmeldungen und Empörungs-Themen, welchen sich die Menschen allabendlich vor ihren Fernsehgeräten oder in den sozialen Medien aussetzen. Wie viel Wut und Verzweiflung könnten wir uns ersparen, wenn allen diese Unterscheidung gelänge.
Positive Gefühle
Interessanterweise scheint das aber auch bei positiven Energien zu funktionieren. An einem wunderschönen Kraftort kommen wir schnell zur Ruhe, unsere Gedanken werden leicht und die ganze Schwere des Alltags fällt von uns ab. Ein Baum der tief verwurzelt Wind und Wetter trotzt, stärkt auch unser eigenes Gefühl der Erdung. Oder an Ritualplätzen und in Klöstern in denen seit Jahrhunderten gebetet wird, erfasst uns automatisch eine ehrfürchtige Stille, die sich rational nicht erklären lässt. Und doch geschieht etwas, dass uns tief im Inneren berührt.
Das können wir uns zunutze machen, indem wir unsere Gedanken im Alltag oft auf liebevolle und inspirierende Themen lenken. Auf diese Weise werden wir automatisch mit der ganzen Fülle und lichtvoller Energie belohnt, die direkt damit verbunden ist.
Eigene Gefühle von kollektiven unterscheiden
Nicht jedes Gefühl das wir wahrnehmen, stammt tatsächlich von uns!
Sobald man sich aber die Frage stellt, ob eine Empfindung tatsächlich zu einem selbst gehört oder nicht, trennt sich sofort die "Spreu" vom "Weizen". Von aussen aufgenommene Gefühle verschwinden wieder, während die eigenen bleiben.