Ideen zum Blühen bringen

Mohnblume aus einer Ritze im Asphalt

Steiniger Boden

Wer kennt das nicht? Voller Enthusiasmus erzählen wir unseren Freunden von einer neuen Idee! Aber anstelle einer positiven Reaktion, bekommen wir jede Menge Bedenken zu hören. Das mögen durchaus wohl gemeinte Ratschläge zu sein, die aber unserer Begeisterung augenblicklich einen herben Dämpfer verpassen. Wir können richtig zuschauen, wie unsere wunderschöne kleine Idee ihren Zauber und Glanz verliert und vor unseren Augen zu welken beginnt.
Und nicht selten war's das dann auch schon. Wir begraben das Projekt, das so hoffnungsvoll begonnen hat, noch bevor es überhaupt Gelegenheit bekommt zu wachsen und aufzublühen. Der Boden für unsere keimenden Samen wurde buchstäblich mit ein paar unbedachten Sätzen vergiftet!

Dabei wollen die andern ja nur "das Beste" für uns! Sie sorgen sich darum, dass wir viel Zeit und Energie in ein Projekt stecken könnten, das in ihren Augen unmöglich funktionieren wird. Also führen sie uns minutiös alle möglichen Mängel vor Augen und alles, was noch nicht vollständig ausgegoren ist.

"Ok", sagen wir uns, "dann war die Idee wohl nichts wert!"
Aber weit gefehlt! Denn sobald wir die Sache auf der Metaebene betrachten, ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Fremde Ängste

Es ist wichtig zu erkennen, dass es den anderen oftmals gar nicht primär um unser Projekt geht, ja nicht mal um unsere Person. Stattdessen projizieren sie ihre eigenen Befürchtungen und Ängste ungefiltert auf unsere Idee!
Einerseits sind das Ängste, welche sie selbst an unserer Stelle empfinden würden (Stichwort: "Spiegelneuronen") und andererseits drücken sie darüber ihr Unbehagen aus, dass sich an der gegenwärtigen Beziehung etwas verändern könnte. Wenn wir uns plötzlich aufmachen, um Neuland zu entdecken, ruft das erst mal Widerstand hervor in unserem Umfeld und man wird versuchen, uns davon abzuhalten. "Bloss nichts verändern!", lautet die Devise, egal wie gut oder schlecht die gegenwärtige Situation ist.

Unterscheiden lernen

Aber wie können wir erkennen, ob die geäusserten Bedenken tatsächlich Hand und Fuss haben? Wie erkennt man die Stimme der Angst oder des "Schmerzkörpers"?
Indem wir nicht nur auf den Inhalt der Kritik, sondern auch auf die "Qualität" der Worte achten und auch zwischen den Zeilen lesen. Wie "leicht" fühlt sich die Rückmeldung an? Kommt sie mit einem "emotionalen Druck" daher? Worum geht es der Person tatsächlich?
Oder etwas überspitzt ausgedrückt, ist es dem anderen letztlich egal, was wir mit seinem Ratschlag anstellen oder ist es ihm oder ihr ein persönliches Anliegen und wenn ja, weshalb? Ist es berechtigte Kritik oder nur die Stimme der Angst?
Diese Unterscheidung ist ganz wichtig für uns!

Natürlich lohnt es sich, seine Ideen nach der Brainstorming-Phase kritisch zu betrachten und Schwachpunkte zu überarbeiten - keine Frage! Aber dabei sollten wir uns nicht von den Ängsten unserer Berater beeindrucken lassen. Stattdessen dürfen wir ruhig unserem eigenen Bauchgefühl mehr vertrauen. Wertvoll ist auch die Unterstützung von Freunden, die emotional nicht darin verstrickt sind. Auf diese Weise bekommen wir ein realistischeres Bild, was unsere Idee tatsächlich wert ist. Und hoffentlich bekommen dadurch mehr unserer wertvollen Ideen-Samen den best möglichen Nährboden, um zu keimen, zu wachsen und in ihrer vollen Pracht zu erblühen!

Achtsamkeit im Umgang mit Kritik

Wie hat es sich angefühlt, als sich das letzte Mal jemand kritisch zu einer Ideen von dir geäussert hat? War die Rückmeldung konstruktiv leicht und sachbezogen oder mit einer besorgt-ängstlichen Note?

Auch wir selbst tappen übrigens schnell in diese Falle! Achte das nächste Mal darauf, ob deine Kritik tatsächlich notwendig ist und etwas zur Verbesserung der Situation beiträgt. Und kommen deine Vorschläge tatsächlich von Herzen und aus einem Gefühl der Liebe oder schwingen stattdessen deinen eigenen Ängsten und Befürchtungen mit?