Den Rest lasse ich mir schenken!

Gelbe Rosen

Der Faktor Zufall

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass wir im Leben weniger selbst in der Hand haben, als wir glauben. Meistens spielen die Umstände, oder das was wir als "Zufall" bezeichnen, eine wesentlich grössere Rolle, als wir uns selbst eingestehen. Beispiel Beruf: Zwar können wir durch eine gute Ausbildung die best möglichen Voraussetzungen für unseren Traumberuf schaffen. Ob wir dann allerdings dort landen wo geplant oder ganz woanders, wird weitgehend von äusseren Umständen bestimmt. Viel hängt zum Beispiel davon ab, ob wir gerade im richtigen Moment am richtigen Ort sind oder sich durch unser Netzwerk eine passende Tür öffnet.

Was haben wir selbst in der Hand?

Gerade die Perfektionisten unter uns (Enneagramm-Typ 1) überschätzen chronisch die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten und unterschätzen die Wirkung des Unvorhersehbaren! Damit wiegen wir uns in einer trügerischen Sicherheit und glauben, die Geschicke unseres Lebens vollständig selbst in der Hand zu haben! Diese Schönwetterstrategie mag in guten Zeiten funktionieren, versagt aber in Lebenskrisen und existenziellen Veränderungen grandios!

Vertrauen

Hilfreich ist dann die Erkenntnis, dass nicht alles in unserer Hand liegt - ja wir auch nicht für alles sorgen müssen. Ein gutes Beispiel dafür ist unser Blutkreislauf, unsere Verdauung oder unser Atem. Wir brauchen uns nicht aktiv darum zu kümmern; es funktioniert einfach (und das umso besser, je weniger wir uns einmischen).

Das ist kein Aufruf, nun einfach die Hände in den Schoss zu legen! Nein, es geht darum, unseren Anteil zu leisten und gleichzeitig darauf zu vertrauen, dass wir dabei vom Leben, vom Universum, von der Schöpfung, von Gott unterstützt werden. Mit etwas Demut und Vertrauen fällt auch die übergrosse Last der Verantwortung von uns ab und das Leben beginnt wieder zu fliessen.

Ich tue was ich kann und den Rest lasse ich mir schenken!

Einschlafübung

Wenn du das nächste Mal wach im Bett liegst und nicht einschlafen kannst, überlege dir, was du bereits alles getan hast für einen guten Schlaf. Hunger und Durst sind gestillt, kein Druck auf der Blase, eine angenehme Temperatur, ein weiches Kissen,... Und dann erlaube dir, alles was darüber hinaus geht, dir einfach schenken zu lassen. Zum Beispiel einen angenehmen, erholsamen Schlaf.