Geld annehmen können

Riesenrad bei Nacht

Geld und Anerkennung annehmen

Eigentlich ist alles ganz einfach. Wir erbringen eine Dienstleistung oder investieren einen Teil unserer Lebenszeit, und erhalten dafür im Gegenzug einen Lohn. Trotzdem tun sich viele schwer damit, Geld oder Anerkennung anzunehmen, oder haben sogar ein schlechtes Gewissen dabei.
Nun könnte man in bester Ratgebermanier behaupten, dass man einfach sein Selbstwertgefühl stärken müsse. Dann klappe das auch mit dem Annehmen.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein vielschichtigeres Bild.

Ressourcen

Da ist zum einen die Frage der Ressourcen. Jedem ist klar, dass wir nur dann etwas geben können, wenn wir selber über genügend Ressourcen verfügen. Um Geben zu können, muss also zuerst unser Speicher gefüllt sein. Das setzt voraus, dass tatsächlich auch etwas zurückfliessen kann.

Balance

Als nächstes kommt die Balance. Wenn wir permanent mehr geben als zu uns zurück kommt, führt das auf Dauer zu einer Disbalance im System. Gerade in Pflegeberufen ist diese Konstellation häufig anzutreffen. Die Leute laufen dann Gefahr, auszubrennen.
Stell dir einen See vor. Für ein stabiles System müssen sich die Zuflüsse und Abflüsse die Waage halten. Wenn mehr zu- als abfliesst, überläuft der See. Umgekehrt trocknet er aus.
Falsche Bescheidenheit beim Annehmen ist also fehl am Platz, wenn wir nicht unseren Speicher innert kürzester Zeit erschöpfen wollen.

Ist Geben seliger denn Nehmen?

Kindern wird schon früh eingetrichtert, dass Egoismus eine schlechte Sache sei. Geben sei schliesslich seliger denn Nehmen! Damit ist aber nicht nur gemeint, barmherzig sein letztes Hemd herzugeben, sondern vor allem auch, bedingungslos göttliche Liebe annehmen zu können. Bis wir das aber gemeistert haben, ist ein gesunder Egoismus erlaubt, ja sogar notwendig.

Angst vor Abhängigkeit

Eine weitere Ebene betrifft die Angst vor einer Abhängigkeit. Wenn wir etwas annehmen, begeben wir uns quasi in die Schuld. Wir scheinen jemand anderem etwas schuldig zu sein.
Diese Angst vor Abhängigkeit und Fremdbestimmung ist bei vielen von uns tief im individuellen, aber auch kollektiven Gedächtnis verankert. Auch karmische Erfahrungen tragen das Ihre dazu bei.
Um wieder freudig annehmen zu können lohnt es sich, mit dieser tief sitzenden Angst zu arbeiten und auch die Relationen zu betrachten. Schliesslich geht es heute in unserer westlichen Welt nicht mehr um Sein oder nicht Sein, Kerkerhaft oder Leibeigenschaft, wenn die vermeintliche Schuld nicht zurückbezahlt werden kann, sondern schlimmstenfalls um ein schlechtes Gewissen oder dicke Luft in der Verwandtschaft.

Schenken macht glücklich!

Wir alle wissen: Schenken macht uns glücklich! Damit verbinden wir uns mit der Fülle der Schöpfung. Die Dankbarkeit und das Lächeln des Beschenkten gibt uns ganz viel zurück auf der zwischenmenschlichen Ebene. Warum tun wir uns dann aber so schwer damit, Geschenke anzunehmen?
Betrachten wir die Situation mal von aussen. Indem wir ein Geschenk annehmen, ermöglichen wir einem anderen, sich mit dem Fluss der Fülle zu verbinden. Wir schenken ihm damit einen Moment des Glückes! Indem wir also anderen erlauben, uns zu beschenken oder zu bezahlen, bringen wir diesen ganzen Prozess erst in Gang. Damit verbinden aber auch wir uns mit der kraftvollen Fülle des Universums.

Es ist nicht so, dass der eine gewinnt und der andere verliert. Bei einer Batterie fragt auch niemand, welcher Pol der Bessere sei. Für sich allein kann kein Pol etwas ausrichten. Erst wenn beide Kontakte miteinander verbunden werden, kann der Strom fliessen.
Genau so braucht es die gebende und die annehmende Hand gleichermassen, um in den Fluss zu kommen. Und beide Funktionen sind gleichwertig in Bezug auf die Fülle der Schöpfung.

Universelles Annehmen

Das Annehmen beschränkt sich aber bei weitem nicht nur auf andere Menschen, sondern ist viel universeller zu betrachten. Wir sind ein integraler Teil des Lebens auf diesem Planeten. Annehmen und Geben sind so selbstverständlich, dass wir es gar nicht mehr wahrnehmen. Wir atmen Sauerstoff ein und geben Kohlendioxyd ab, welches für die Pflanzen wieder Nahrung bedeutet. Auch der ganze Nahrungskreislauf beruht auf diesem Kreislaufsystem.
Wir dürfen aber auch vollkommene Gesundheit annehmen, in einer glücklichen Beziehung leben, schöpferische und kreative Ideen empfangen und in materiellem Wohlstand leben, wenn wir das zulassen können.

Wir brauchen nicht länger um unsere Individualität als einsame Seele zu kämpfen, sondern dürfen uns erlauben, einen Teil der Schöpfung zu sein, eingebettet in ein Grösseres Ganzes. Der Fluss des Lebens fliesst nicht linear in eine Richtung, sondern folgt einer kreisförmigen, zyklischen Bahn. Alles was wir tun müssen, um den Prozess in Gang zu setzen, ist Anfang und Ende des Kreises miteinander zu verbinden.

Geben und Annehmen gehören untrennbar zusammen wie Yin und Yang. Wer weiss, vielleicht helfen dir diese Gedanken ja dabei, eine harmonische Balance zu finden, um sowohl freudig zu geben, wie auch annehmen zu können.

In diesem Sinne wünsche ich dir freudiges Schenken und Annehmen :-)
Guy

Komplimente annehmen

Wenn du magst, überlege dir mal, wie leicht du Komplimente annehmen kannst.
Wie reagierst du, wenn jemand ein Kompliment von dir nicht annehmen will?
Wie fühlt es sich an, wenn du ein Kompliment von jemand anderem nicht annehmen kannst?

Diese einfachen Übungen bietet einen guten Einstieg in die inneren Prozesse und Glaubenssätze, die momentan bei dir aktiv sind.