Inneres Lächeln 4
Inneres Lächeln, Teil 4
Der vierte Teil befasst sich damit, was beim Inneren Lächeln auf körperlicher und geistiger Ebene passiert und zeigt auf, wie sich diese Methode von anderen Meditations- und Entspannungsübungen unterscheidet.
Ursprung
Die klassische Version des Inneren Lächelns ist eine Übung aus der buddhistischen und chinesischen Tradition, die heute in leicht verschiedenen Variationen im Qigong und in der Achtsamkeitspraxis gelehrt wird.
Die auf diesen Seiten vorgestellte Weiterentwicklung des Inneren Lächelns stammt von Guy Birrer.
Unterschiede zwischen der klassischen und der erweiterten Variante
Auf den ersten Blick scheinen sich die beiden Methoden, die klassische und die hier beschriebene erweiterte Form, nur wenig voneinander zu unterscheiden. Bei beiden lächelt man in sich hinein und beobachtet die Reaktion. Die Unterschiede sind subtil aber entscheidend.
Bei der klassischen Variante liegt der Fokus auf dem aktiven Part. Man lächelt in seinen Körper hinein mit der klaren Absicht, ihm damit etwas Gutes zu tun. Was "gut" ist, entscheidet aber einzig der Verstand, ohne den Körper zu fragen. Mit etwas Glück passt die Annahme, vielleicht aber auch nicht. Oder es kann sein, dass die Übung in dieser Form zu Beginn hervorragend wirkt, irgendwann aber nicht mehr. Und wenn man beharrlich weiter macht trotz mulmigem Bauchgefühl, regt sich innerer Widerstand. So funktionieren die meisten Entspannungsübungen. Weil der Körper kein Mitspracherecht hat und in der Regel auch gar nicht angehört wird, ist es oft mehr "gut gemeint" als tatsächlich "gut".
Bei der hier vorgestellten erweiterten Version des Inneren Lächelns liegt der Fokus dagegen auf der empfangenden, wahrnehmenden Seite.
Wichtig ist zu wissen, dass sich die heilsame Kraft nicht durch das aktive Hineinlächeln entfaltet, sondern durch die passive Wahrnehmung der Reaktion!
Mit zunehmendem Übungsgrad verschiebt sich deshalb der Schwerpunkt immer mehr zugunsten der Wahrnehmung. Das aktive Hineinlächeln wird dann nur noch als Startimpuls verwendet, gefolgt von einer längeren Phase des reinen Wahrnehmens. Man entdeckt, dass unser Körper uns fortwährend anlächelt, auch ganz ohne etwas dafür tun zu müssen.
Damit nähert sich die erweiterte Übung, die ich hier vorstelle, mehr und mehr den reinen Wahrnehmungsübungen an, die man z.B. in Form der klassischen Atemmeditation kennt. Nur dass man hier auf das Lächeln des Körpers fokussiert, anstatt auf den Atem oder ein Mantra. Aber die Wirkung ist vergleichbar. Damit ist die erweiterte Übung im Kern näher verwandt mit der Achtsamkeitsmeditation, als mit der traditionellen Form des Inneren Lächelns.
Es geht nicht darum, etwas zu TUN, sondern das wahrzunehmen was IST!
Lächeln ist Liebe ist Leben!
Lächeln ist eine natürliche Kommunikationsform, die wir schon als Baby instinktiv richtig verstehen, z.B. wenn die Mutter ihr Kind liebevoll anlächelt. Damit zeigt sie ihre Zuwendung und vermittelt dem Kind ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Für uns als soziale Wesen ist Lächeln und Angelächelt-werden so zentral, dass es fest in unserem Nervensystem und Gehirn verdrahtet ist.
Mit etwas Übung stellt man fest, dass das Lächeln nicht nur äusserlich zu finden ist, sondern in all unseren Zellen, Nerven und Energiebahnen. Sie scheinen bereits von sich aus zu lächeln! Wir brauchen es bloss wahrzunehmen.
Man kann sich bildlich vorstellen, wie sich die Zellen in unserem Körper ständig gegenseitig zulächeln und sich über die Reaktion der Nachbarzellen freuen. Alle Zellen sind miteinander verbunden und in ständiger Kommunikation. Und unser Bewusstsein ist in der Lage, die Summe all dessen wahrzunehmen.
Selbstliebe
Liebevoll in unseren Körper hinein zu lächeln und die Reaktion bewusst wahrzunehmen, ist eine wunderbare Form der Selbstliebe. Körper und Zellen reagieren direkt auf unsere Aufmerksamkeit. Durch unsere liebevolle Anteilnahme signalisieren wir, dass wir uns selbst genau so annehmen wie wir sind, mit allen Stärken und Schwächen. Nichts muss verändert werden. Alles ist gut so, genau so wie es ist. Das ist das pure Gegenteil zur Selbstverurteilung, die sonst oft den Alltag prägt.
Das Innere Lächeln ist eine sehr wirkungsvolle Form der Selbstliebe. Man braucht sich dafür nicht vor den Spiegel zu stellen und sich wochenlang einzureden, dass man sich mag, sondern man zeigt seinem Körper ganz direkt mit einem gegenseitigen inneren Lächeln, dass man ihn wahrnimmt und wertschätzt. Und das in einer Sprache, die er versteht.
Wer bin "ich"? Vom "ich"-Bewusstsein zum wahrnehmenden Bewusstsein.
Wenn wir noch einen Schritt weiter gehen und die Frage stellen, wer genau denn nun in unseren Körper hinein lächelt und dessen Reaktion wahrnimmt, dann würde man wohl als erstes antworten: "Das bin ich!"
Aber wer ist dieses "Ich"?
Über dieser Frage wird schon seit Jahrhunderten gebrütet. Wir können nicht unser Körper sein, denn wir nehmen ihn ja wahr. Wir können ihn betrachten wie jeden anderen Gegenstand, also können wir nicht unser Körper sein. Wir sind auch nicht unsere Gedanken oder Gefühle, denn die können wir ebenfalls beobachten und fühlen. Wir sind in Wahrheit auch nicht das, was wir für unser "Ich" halten, sondern eine wahrnehmende "übergeordnete" Instanz - Reines Bewusstsein. Erwachte, oder erleuchtete spirituelle Lehrer lehren das schon seit je her.
Diese Wahrheit zu erkennen und selber zu erwachen, wird wahrscheinlich nur den wenigsten von uns in diesem Leben vergönnt sein.
Aber für alle die sich aufgemacht haben, den Weg der inneren Entwicklung zu gehen, kann die erweiterte Übung des Inneren Lächelns ein wunderbares Hilfsmittel sein, das mehr Harmonie, inneren Frieden, Selbstliebe und vielleicht eine Art "inneres Leuchten" ins Leben bringt, welches auch nach aussen hin sichtbar wird, und weitere Kreise zieht.
Lichtvolle Grüsse :-)
Guy
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Das universelle Lächeln
Nicht nur unser Körper lächelt, sondern grundsätzlich die ganze Schöpfung. So können wir unser Essen anlächeln - und es lächelt zurück. Wie können die Sonne anlächeln oder die Erde und sie lächeln zurück. Wir können sogar die göttliche Liebe anlächeln und sie lächelt zurück. Immer! Alles was wir tun müssen, ist uns für die Wahrnehmung zu öffnen und zuzulassen, dass wir angelächelt werden. Wir sind nicht allein! :-)