Elektrosmog minimieren

Blitzentladung

Strahlenbelastung im Alltag

5G ist derzeit ja in aller Munde. Die grösste Strahlungsbelastung geht oft aber nicht von der Mobilfunkantenne aus, sondern von den eigenen Geräten zuhause! Mit ein paar einfachen Tricks lassen sich die Strahlungsquellen im Haushalt minimieren.

Wirkung auf den Körper

Bekannt ist, dass elektromagnetische Wellen und auch Magnetfelder einen direkten Einfluss auf den Körper haben, spezielle auch auf das Gehirn. So kann beim Telefonieren mit dem Handy am Ohr - sozusagen dem Worst Case - eine schwache, lokale Erwärmung des Gehirns nachgewiesen werden. Auch die Schlafqualität wird durch den Handygebrauch beeinflusst.

Leider gehen die Meinungen in Fachkreisen noch weit auseinander, welche gesundheitsrelevanten Effekte tatsächlich auftreten. Während einige Studien zum Schluss kommen, dass keinerlei Gefährdung vorliegt sofern die Grenzwerte eingehalten werden, zeigen andere Studien ein alarmierendes Bild.

Angesichts dieser Unsicherheit ist es aber sicher angezeigt, sich nicht unnötigen Risiken auszusetzen. Gegen die Mobilfunktantennen in der Umgebung lässt sich wenig unternehmen (Standorte aller Sendeanlagen in der Schweiz). Mit ein paar einfachen Massnahmen lässt sich die Strahlenbelastung zuhause aber drastisch reduzieren.

Strahlenbelastung minimieren - Tipps für den Alltag

Je mehr Abstand man zu den Funkquellen hält, desto geringer ist die Strahlenbelastung. Bei einer Verdoppelung des Abstandes reduziert sich die Belastung bereits auf 1/4. Deshalb der wichtigste Tipp:
Abstand zu den Funkquellen halten!

Mobiltelefon
  1. Das Handy nicht direkt ans Ohr halten, sondern ein Headset oder die Freisprechfunktion verwenden! Am besten wählt man ein Headset mit Kabel, ohne Bluetooth.
  2. Generell wenig mit dem Handy telefonieren.
  3. Das Handy nicht direkt auf dem Körper tragen, sondern in einer Tasche oder im Rucksack. Bereits 10cm mehr Abstand bringen viel!
  4. Das WLAN des Smartphones nur einschalten, solange man es braucht, danach wieder ausschalten. Erst recht wenn man das Haus verlässt. Das spart Akkustrom, reduziert die Strahlenbelastung und schützt erst noch die Privatsphäre.
  5. Bluetooth am Handy ausschalten.
  6. Wenn man keine Anrufe auf dem Handy erwartet, z.B. wenn es nur als Notfalltelefon gebraucht wird oder während der Nacht: ganz ausschalten! Das Handy verbindet sich im eingeschalteten Zustand regelmässig mit dem Funknetz. (Diese Signale sind hörbar, wenn das Handy ganz in der Nähe eines Radioempfängers platziert wird).
  7. Nachts das Handy nicht neben das Bett legen, sondern möglichst weit weg. Stattdessen besser einen Wecker verwenden.
WLAN
  1. Bei den meisten WLAN Routern lässt sich die Sendeleistung auf 50% oder 25% reduzieren. Defaultmässig ist leider immer 100% eingestellt. Einfach ausprobieren ob 25% oder weniger reichen, sonst 50%. Das ist in der Regel mehr als genug.
  2. Die Nachbarn dazu animieren, die Sendeleistung ihrer WLAN Router ebenfalls zu reduzieren. Dies hat gleich mehrere positive Effekte. So stören sich die Netze weniger gegenseitig, sind sicherer weil die Reichweite auf die Wohnung begrenzt wird, spart Strom und verursacht erst noch weniger Elektrosmog.
  3. Viele WLAN Router haben eine Zeitschaltuhr eingebaut. Damit lässt sich das WLAN nachts automatisch abschalten und steht tagsüber wieder zur Verfügung, ohne dass man sich weiter darum kümmern muss.
  4. Das 5GHz Frequenzband des WLAN Routers deaktivieren. Das 2.4 GHz Frequenzband reicht in den meisten Fällen aus.
Computer
  1. Den Computer nicht über das WLAN ans Internet anschliessen, sondern über ein LAN-Kabel. Und dann das WLAN des Rechners deaktivieren.
  2. WLAN und Bluetooth am Fernseher ausschalten.
  3. Keine Funk-Tastatur oder -Maus verwenden, sondern mit USB-Kabel.
  4. Kabellose Drucker ganz ausschalten. Je nach Gerät senden diese sonst rund um die Uhr mit maximaler Leistung.
  5. Den Computer jeweils ganz herunterfahren und nicht nur ausloggen und im Ruhezustand lassen. Das spart Strom und reduziert den Elektrosmog.
Diverses
  1. Zuhause keine Funktelefone verwenden. Stattdessen besser ein Telefon mit Kabel.
  2. Keine kabellosen Sound-Systeme oder Wetterstationen verwenden, die ebenfalls über Funk ihre Daten übertragen.
  3. Kein Induktionskochherd verwenden, sondern z.B. Glaskeramik. Besonders während einer Schwangerschaft sind Induktionsherde sowieso tabu!
  4. Dafür sorgen, dass unter dem Bett und im Kopfbereich kein Stromkabel verläuft, z.B. für den Radiowecker oder die Nachttischlampe. Für das Schlafzimmer kann es sich lohnen, einen "Netzfreischalter" installieren zu lassen, um den Elektrosmog so gering wie möglich zu halten.
  5. Sich nicht unnötig lange unter Hochspannungsleitungen aufhalten.

Mit diesen einfachen Tipps lässt sich die Strahlenbelastung im Alltag schon ganz signifikant reduzieren. Besonders wer einen empfindlichen Schlaf hat, könnte davon profitieren.

WLAN Router Einstellungen

In der Regel finden sich die Einstellungen dort, wo auch das Passwort des WLAN-Netzwerkes eingestellt wird. Am besten schaut man im Handbuch nach oder sucht im Web nach "WLAN Sendeleistung reduzieren". Evtl. muss dafür der "Experten-Modus" gewählt werden, weil sonst nur ein reduziertes Menu angezeigt wird.

Hier ist exemplarisch am Beispiel der Fritz-Box gezeigt, wie das geht: (Stand 11/2019)
Als erstes loggt man sich über den Webbrowser im Router ein: http://fritz.box oder 169.254.1.1 in der Adressleiste des Browsers eingeben (das ist die lokale IP-Adresse des Routers).
Nach dem Einloggen wird das entsprechende Router-Menu angezeigt.

Zeitschaltuhr aktivieren

WLAN -> Zeitschaltuhr

Sendeleistung reduzieren

Diese Funktion ist leider etwas versteckt.
Menu WLAN -> Funkkanal -> Weitere Einstellungen -> Maximale Sendeleistung -> 25% (50%)

5GHz Frequenzband deaktivieren

WLAN -> Funknetz -> 5GHz Frequenzband